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Maja Böhm
Dr. med. Steffen Soll
Joerg Claus

Gabriele Bellmann AID*
Norbert E. Lyonn AID*
Chaim Jellinek AID*
Dr. med. Jörg Gölz

Dr. med. Solvey Hahn
Neil Mac Lean
Dr. med. G. Partecke

*Ambulanz für Integrierte
Drogenhilfe

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Behandlung HIV-Infektion/ Hepatitis

HIV - Infektion

HIV (abgekürzt für „human immunodeficiency virus“) ist ein Virus, das die Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems befällt. Es gelangt durch Blut- oder Schleimhautkontakt in den menschlichen Organismus. Das Virus dringt in Lymph-Zellen ein, die CD4-positiv sind. CD4 bezeichnet bestimmte Bindungsstellen (Rezeptoren), die auf der Oberfläche von Körperzellen sitzen. Da solche Rezeptoren hauptsächlich auf Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems vorhanden sind, zerstört das Virus allmählich das Immunsystem.

HIV besteht wie viele andere Viren aus einem kurzen Stück Ribonukleinsäure (RNS), das von einer Eiweiß-Hülle umgeben ist. Die RNS enthält die genetische Erbinformation des Virus: Sie bestimmt seine Funktion und steuert seine Vermehrung. Ist das Virus einmal in eine Körperzelle eingedrungen, zwingt es diese Zelle, seine eigene Erbinformation zu vervielfältigen und neue Viren zu produzieren.

Damit die Körperzelle die Erbinformation des Virus lesen kann, muss diese erst einmal von bestimmten Enzymen umgeschrieben werden. Diese Aufgabe wird von drei Enzymen bewältigt, die das Virus selbst mitbringt: die Reverse Transkriptase, die Protease und die Integrase. Zwei dieser Enzyme sind der Angriffspunkt bei der Behandlung der HIV-Infektion. Mit Hilfe von Medikamenten, die diese beiden Enzyme hemmen (Reverse-Transkriptase-Hemmer, Protease-Hemmer) kann die Vermehrung des Virus gestoppt werden.

Unbehandelt führt die HIV-Infektion in einem Zeitraum zwischen 3 bis 15 Jahren zum Tod durch den Zusammenbruch des Immunsystems und die dann auftretenden opportunistische Infektionen oder Tumore.
Heute kann die HIV-Infektion aber gut behandelt werden. Mit den aktuellen Medikamenten kann man die Virusvermehrung mindesten 10 bis 15 Jahre lang unterdrücken. Während dieser Zeit werden aber ständig neue Medikamente entwickelt.

Wer heute HIV-infiziert ist, sollte in einer spezialisierten Praxis vierteljährlich überwacht werden, damit der Zeitpunkt für eine Behandlung rechtzeitig festgestellt werden kann. Die Behandlung besteht in der täglichen Einnahme von meist drei antiretroviralen Medikamenten.

Die hohe Vermehrungsrate des Virus (alle 4 Stunden eine neue Generation) hat zur Folge, dass viele Veränderungen des viralen Erbguts entstehen (Mutationen). Findet bei einer Therapie keine vollständige Unterdrückung der Virusvermehrung statt, dann entwickeln sich Viren, die gegen die verabreichten Medikamente unempfindlich (resistent) werden. Dies geschieht über kurz oder lang bei allen Therapien, da die Menschen nicht über Jahre hinweg regelmäßig und pünktlich ihre Medikamente einnehmen.
www.aidshilfe.de
www.berliner-aidshilfe.de

Hepatitis - Gelbsucht

Es gibt verschiedene Formen von Hepatitis, nämlich vor allem Hepatitis A, B und C, selten auch D.

Hepatitis A, die „infektiöse“, wird zumeist auf Reisen durch verunreinigtes Wasser oder ungekochtes Essen erworben und heilt immer aus. Sie hinterlässt lebenslange Immunität.

Hepatitis B erwirbt man durch Spritzen, Blutkonserven und vor allem beim Sex. Sie wird deswegen auch zu den Geschlechtskrankheiten gezählt und ist sehr ansteckend. Sie heilt zwar überwiegend aus, aber wenn sie chronisch wird geht sie oft in eine Leberzirrhose über und dann kann sie das Leben erheblich verkürzen. Behandelt wird die Hepatitis B mit Lamivudin und neuerdings auch mit Interferon. Allerdings führt die Behandlung nicht immer zu einer Heilung. Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, in allen unseren Arztpraxen ist das möglich, die Impfung ist gut verträglich.

Die häufigste Form der Hepatitis bei Drogenkonsumenten ist die Hepatitis C, in Deutschland wird die Zahl der Infizierten auf 300.000 geschätzt, weltweit sind es einige Millionen. Die meisten Patienten merken nicht, dass sie sich angesteckt haben, sie werden sehr selten gelb oder fühlen sich krank, anders als bei Hepatitis A oder B. Die Hepatitis C wird fast ausschließlich durch gemeinsamen Spritzengebrauch übertragen, früher auch durch Blutkonserven, ganz selten beim Sex. Ungefähr 80 % aller iv.-Drogenkonsumenten bekommen eine Hepatitis C, sie wird fast immer chronisch, bei 10 – 15% der Patienten heilt sie jedoch aus. Die Symptome sind uncharakteristisch, oft ist es nur Müdigkeit, die lästig ist, Hautveränderungen, Gelenkschmerzen und Depressivität sind möglich. Zumeist ist es eine Zufallsentdeckung bei einer Blutuntersuchung. In etwa 40 % der Fälle entwickelt sich aus einer Hepatitis C eine Leberzirrhose, davon kommt es in etwa 20 % zum Leberversagen, 4 % entwickeln ein Leberzellkarzinom.

Behandelt wird die Hepatitis C mit Interferon, das einmal wöchentlich subkutan gespritzt wird, sowie Ribavirin, das täglich in Kapseln eingenommen wird. Die Behandlungsdauer beträgt 24 oder 48 Wochen je nach Virustyp. Über die Hälfte der Behandlungen sind erfolgreich, d.h. es kommt zur endgültigen Heilung. Die Nebenwirkungen sind begrenzt und führen nur ganz selten zum Therapieabbruch. Eine Leberpunktion ist nur ausnahmsweise notwendig vor der Behandlung. Jeder Patient, der eine chronische Hepatitis hat, sollte sich behandeln lassen, ein Versuch ist immer gerechtfertigt. Alkohol zu trinken ist äußerst schädlich, auch in kleinen Mengen. Die Leber ist durch das Virus besonders empfindlich geworden und die Hepatitis geht sehr schnell in eine Leberzirrhose über, die Patienten sterben früh.

Dies ist ein kurzer Überblick, der auf viele Details nicht eingehen kann, eine gute Darstellung findet sich bei :
www.kompetenznetz-hepatitis.de

Links mit weiterführenden Informationen zum Thema Suchtmedizin, Entzugsmethoden ...

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